Schnitt — wo der Stoff sitzt.
Schnitt ist ein deutschsprachiges Magazin für Mode, Schnitt-Tradition und Garderobe-Disziplin im DACH-Raum. Wir schreiben für Schneider:innen und Maßatelier-Mitarbeitende, für Mode-Designer:innen und -Studierende an der HfG Pforzheim, der Hochschule Hannover, an der AMD Akademie Mode & Design, der ESMOD München und der Modeschule Wien, für Mode-Einzelhandels- Mitarbeitende, für Bekleidungs-Industrie-Akteur:innen, für Stoff-Händler:innen, für Mode- Journalist:innen und Mode-Geschichts-Studierende, für Vintage-Sammler:innen und für die geschätzten 500.000 Schnittmuster-Hobby-Schneider:innen im DACH-Raum. Acht Ressorts, eine konsequente Haltung: Mode ist präzise handwerkliche Schnitt- und Material-Disziplin mit eigener Konfektions- und Couture-Architektur und gewachsener Stoff-Industrie-Tradition — keine Fast-Fashion-Verklärungs- Bühne und keine Influencer-Anbiederungs-Plattform.
Acht Ressorts — Konfektion, Couture, Retro, Stoff, Schnitt, Schuh, Branche, Recht — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder. Manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Goodyear-Welted-Schuh-Reform, manchmal hängt ein ganzer Band an einer LkSG-Berichts-Frist. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe markiert den Eröffnungsband, mit Schwerpunkt auf einer Frühjahrs-/Sommer-Saison-Bilanz und einem Stand der Lieferketten-Sorgfalts- Umsetzung als programmatischem Auftakt.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen Massen-Konfektion und Couture-Handwerk. Der DACH-Mode-Markt summiert sich auf etwa 75 Mrd. EUR Umsatz im Jahr 2024 mit der Verteilung auf Online (Zalando aus Berlin mit etwa 10,7 Mrd. EUR Konzern-Umsatz, About You aus Hamburg seit 2014, OTTO mit etwa 4 Mrd. EUR Mode-Umsatz) zu etwa 38 %, Filialisten (H&M mit etwa 460 Filialen in DE, KIK aus Bönen als größtem Textil-Discounter Europas, Primark als irischem Discount-Riesen seit 2009 in DE, Zara aus der Inditex-Gruppe) zu etwa 41 %, und Mode-Häuser plus Mittelstand (Peek & Cloppenburg mit den zwei rechtlich getrennten Düsseldorfer und Hamburger Linien seit 1900, Breuninger aus Stuttgart, Wormland aus Münster) zu etwa 21 %. Daneben steht die Maßschneiderei-Tradition mit Knize aus Wien (seit 1858 mit der Adolf-Loos-Fassade von 1913 am Graben), Tessmer aus Hamburg (seit 1894), Werner Heesch aus Berlin Tegelweg und der englischen Savile-Row-Linie aus Anderson & Sheppard, Henry Poole, Gieves & Hawkes als der internationalen Spitze. Auf der Stoff-Seite setzen Schoeller Textil aus Sevelen (CH, seit 1868) mit 3XDRY und c_change, J.G. Bemberg mit der Kupro/Cupro-Faser seit 1897 und Vitale Barberis Canonico aus Pratrivero (IT, seit 1663) die Material-Linien. Wir behandeln Mode als das, was sie ist: präzise handwerkliche Schnitt- und Material-Disziplin mit eigener DACH-Architektur und gewachsener europäischer Tradition.
Geschrieben ist Schnitt für Schneider:innen und Maßatelier-Mitarbeitende, die ihre Atelier-Praxis mit den Stoff-Innovationen abgleichen wollen; für Mode-Designer:innen und -Studierende, die zwischen Pforzheim-/Hannover-/Wien-Tradition und der Indie-Pattern- Welle pendeln; für Bekleidungs-Industrie-Akteur:innen, die mit LkSG-Berichts- Pflichten umgehen müssen; für Stoff-Händler:innen, deren Sortiment zwischen Tradition und technischer Innovation balanciert; und für Vintage-Sammler:innen, die belastbare Hintergrund-Recherche zur Dekaden-Mode suchen.
Gastbeiträge
Schnitt nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text aus der Mode-/Schnitt-Praxis geschrieben hat — Konfektions-Industrie-Bilanz, Maßschneider-Atelier-Porträt, Retro-Mode-Geschichts-Anmerkung, Stoff-Tiefenbohrung, Schnittmuster-Praxis-Reflexion, Schuh-Macher-Studie, Branchen-Markt-Bericht, LkSG-Umsetzungs-Notiz — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche. Kürze ist kein Nachteil, eine konkrete Stoff-Zusammensetzung in Prozent mit Webart sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer mit konkretem Schnitt-Maß in Zentimetern statt mit „bequem geschnitten" arbeitet, hat schon gewonnen.
Eine gute Mode-Reflexion ist die, in der am Ende klar ist, welcher Schnitt aus welchem Stoff mit welcher Konstruktions-Technik auf welche Trage-Realität traf. Wir nehmen die Disziplin ernst.